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  • Nicole Kohlmann

Rückendeckung

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme als Kind war „Der König der Löwen“. Der kleine Löwe Simba hat auf tragische Weise seinen Papa verloren und ist vor lauter Kummer, Angst und Selbstvorwürfen weg gelaufen. Er kam in den Dschungel und fand dort zwei neue Freunde die ihm eine Lebenseinstellung nahe gebracht haben. HAKUNA MATATA. Und wie lerne ich das? Du musst deine Vergangenheit hinter dir lassen. Gesagt - getan. Naja nee, so leicht ist es dann doch wieder nicht. Ich bin die Tage erst wieder auf das Thema Vergangenheit gestoßenen. Ich war mit meinem Partner in den Bergen. Wir wollten ein paar Tage weg fahren, uns entspannen und wandern. Ganz im Einklang mit der Natur sein und die Stille genießen. Ich habe mich so gut gefühlt. Es war regnerisch, leicht windig, die Luft war unbeschreiblich rein und hat so gut nach Holz und Tannen gerochen. Es war sogar ein bisschen mystisch, wenn man den Berg hinauf wandert und in die Wolken hineinläuft. Durch den nassen und rutschigen Boden musste ich mich auf meinen Weg konzentrieren und setzte einen Fuß vor den anderen um sicher an mein Ziel zu kommen. Irgendwann als ich auf einer Wiese war drehte ich mich um und sah diese wunderschöne Landschaft vor mir. Den See umrandet von Bergen, einer mächtiger als der andere. Könnte es sein, dass es nicht so ist, dass die Zukunft vor einem liegt und die Vergangenheit hinter einem? Wenn ich so darüber nachdenke, sollte ich in meinem Leben öfter mal über meine Schulter blicken. Denn ganz oft erwische ich mich, dass ich all das negative vor mir sehe was mir in mein Leben bisher schon widerfahren ist und ich all das Positive was noch kommt nicht sehe, eben weil ich es nicht riskiere auch mal hinter mich zu blicken oder mich rumzudrehen. In den letzten Monaten beschäftige ich mich viel mit meiner Vergangenheit um Antwortet zu bekommen warum ich so bin wie ich bin. Brauche ich darauf eine Antwort? Ich bin doch nicht fertig. Ich entwickle mich doch von Tag zu Tag weiter, deswegen sollte es nicht ausschlaggebend für mich sein welcher Teil meiner Vergangenheit dazu beigetragen hat wer ich heute bin. Denn Fakt ist, meine Leben bisher hat dazu beigetragen wer ich JETZT bin. In der letzten Woche habe ich mit einer Bekannten ein kurzes Telefonat geführt und ich war den Tränen nahe, weil sie mit ihren Worten wieder mal den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Sie meinte, dass es doch ganz normal sei, dass ich nicht wüsste wer ich bin oder was ich mag, weil es für mich die meiste Zeit in meinem Leben keine Rolle gespielt hat. Ich wollte so sein wie ich dachte, dass mich andere gerne hätten, um gemocht oder geliebt zu werden. Bam!!!!! Da war er, der Schlag ins Gesicht. Da ich jetzt schon etliche Erkenntnisse hatte fühle ich mich trotz alledem so, als wäre ich noch keinen Schritt weiter, bzw. erkenne ich diesen Schritt nicht oder doch nur kaum an. Die Selbsterkenntnis ist bekanntlich der erste Weg zur Besserung und der Weg ist das Ziel. Dann versuche ich mich mal damit zu motivieren. Wieso fühlt es sich für Menschen im allgemeinen komisch, seltsam oder unvertraut an wenn es darum geht was „hinter dem Rücken“ geschieht? Obwohl es an sich wirklich noch erschreckender sein kann was man vor seinen Augen sieht. Ich persönlich merke es, wenn ich mich unsicher fühle und keine Rückendeckung habe, wird mir schwindelig und ich fange an unruhig zu werden. Ich kann dir noch nicht einmal sagen warum?! Hängt es von meiner Tagesform ab, davon mit wem ich unterwegs bin, oder von der Lautstärke die gefühlt tagtäglich lauter wird, dass das eine Geräusch das andere übertönt und man sich wirklich anstrengen muss, die Natur oder sich selber zu hören? Meine Gedankengänge sind oftmals so schnell und mein Zensor so laut, dass ich nicht mitbekomme was mir mein Unterbewusstsein mitteilt oder welche Signale ich gerade empfange. Es wäre fantastisch könnte ich vor meinem inneren Auge etwas auswählen, wie bei einem GIF, das ich mir aussuche um meiner Story auf Instagram mehr Ausdruck zu verleihen. Aber natürlich geht das nicht so einfach und es wäre auch nicht gut, würde es genügen auf den Display zu drücken und da wären sie, die ONLY GOOD VIBES! Ohne Bad Vibes gäbe es keine Good Vibes und umgekehrt. Dabei ist es so spannend nicht alles vorhersehen zu können. Es macht neugierig und weckt die Abenteuerlust.Wenn ich dieses schwere Thema mal herunterbreche: Ich habe damit begonnen mich mit Zero-Waste zu beschäftigen und mittlerweile ernähre ich mich zu 95% vegetarisch. Man kommt vom Hundertsten ins Tausendste, schaut unter die ganzen kleine Steine auf dem Weg um zu sehen was sich unter ihnen für eine Überraschung verbirgt. Am Anfang war es wirklich schwer, weil Fleisch und Wurst so selbstverständlich in meinem Alltag für mich waren. Ich musste mir in Erinnerung rufen, dass ich mich vegetarisch ernähren möchte und step by step wurde es normaler für mich und ich entdeckte tolle fleischlose Rezepte und fühlte mich körperlich fitter, bin satt, habe aber nicht mehr dieses unschöne Völlegefühl.  Diese tolle Erfahrung konnte ich nur machen, weil ich mich auf etwas Neues, Unbekanntes, Verborgenes eingelassen habe, etwas was ich mir vor einem halben Jahre nicht vorstellen konnte und es ist toll. Ich war zu neugierig um mich von dieser Ungewissheit abhalten zu lassen. Warum springe ich dann nicht mit Anlauf und zugehaltener Nase ins kalte Wasser. Höre auf anderen gefallen zu wollen und fange damit an mich zu sehen???

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