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  • Nicole Kohlmann

Ein ganzes halbes Jahr

Die ersten 6 Monate diesen Jahres liegen schon hinter uns. Es ist unglaublich wie die Zeit verfliegt. Auf der einen Seite vergeht die Zeit so schnell und manche Ereignisse rennen nur so an uns vorbei, auf der anderen Seite bin ich erstaunt was in diesen Monaten schon passiert ist. Gerade in Bezug auf meine persönliche Weiterentwicklung. Ich werde fokussierter und bin gerade dabei herauszufinden was ich möchte, was ich mag oder was ich gut kann. Ich beginne an mich zu glauben. Heute Morgen als ich beim Yoga war hatte ich so ein WOW-Erlebnis für mich. Wir haben eine fließende Yogaübung gemacht über ca. 5 Minuten und der Fluß dieser Übung war eins mit dem Atem. Ich habe mich so unglaublich kraftvoll gefühlt. Meine Arme haben nicht nachgegeben, obwohl ich beim herabschauenden Hund schon das zittern anfange. Ich kann auch nicht sagen wo meine Gedanken waren. Es gab nur die Übung und meinen Atem. Es macht den Anschein, dass ich ganz bei mir war. So fühlte es sich auch im Nachgang an. Wir sollten uns eine Übung suchen um nachzuspüren. Hierbei habe ich mich für die Übung des Kindes entschieden und als ich dann da lag, weinten meine geschlossenen Augen. Wahrscheinlich weil dieses Gefühl für mich so unbekannt war und gleichzeitig so schön. Gerade habe ich darüber nachgedacht welche Art der Tränen es waren. Es waren Freudentränen, aber auch Tränen der Trauer und des Mitleids. Was für mich neu ist, ein solches Maß des Mitleids für mich zu empfinden. Ich bin mit mir selbst ja meistens so hart, deswegen gibt es für mich entweder no excuse oder eben das zerfließen im Selbstmitleid. Da sind sie wieder die beiden Extremen. Aber genug von meiner Heutigen Yogastunde, ich war ja gerade dabei so ein kleines Fazit zu ziehen in Bezug auf die vergangenen Monate. Da ich jetzt die Chance habe einen einfach Übergang zu schaffen…


Ich bin sehr froh das mich meine Wassermann-Freundin mit in den Yogaraum genommen hat. Es bereichert mich sehr, da ich merke wie es mir körperlich und seelisch gut tut und die Menschen dort sind auch eine wahre Bereicherung. Danke, an dieser Stelle. Es freut mich ebenfalls verkünden zu dürfen dass ich mich die meiste Zeit zu Fuß oder mit dem Rad und meinem Helm fortbewege. Was mich anfangs wirklich Überwindung gekostet hat, ich bin jetzt nicht die beste Radfahrerin und dann auch noch mit Helm, der ja affig aussieht und die Haare platt drückt. Aber scheiss drauf!! Safe me first.

Ich habe etwas zum ersten Mal getan und zwar habe ich mich mit einem ganz lieben Menschen getroffen, den ich über Instagram kennengelernt habe. Es war ein tolles erstes Treffen und bestimmt nicht das letzte.

Dann habe ich meine Haare wieder ganz kurz schneiden lassen. Ich steh ja auf spontane Aktionen was mein Aussehen angeht, mich hegten nach ein paar Wochen dennoch Zweifel, weil ja lange Haare bei Frauen ein Schönheitsideal ist. Scheiss drauf! Das ist doch auch nur eine Meinung. Mittlerweile liebe ich diese Frisur und fühle mich mehr denn je als ich selbst.

Ich nehme mir Zeit zum lesen. Es ist so toll wie ein Buch das Leben bereichern kann.

Ich raffe mich immer wieder dazu auf schwimmen oder laufen zu gehen.

Ich habe wieder zu meinem 6-Minuten-Tagebuch gefunden, was mich zwingt auch an grauen Tagen dankbar zu sein und ich kann dir sagen, da ist es besonders schwer. Ich merke förmlich wie ich mich dem widersetzen will und ganz trotzig wie ein kleines Kind bin und mich sagen höre: „Ich will aber nicht dankbar sein!“

Ein weiterer Punkt, ich bin jetzt 30 und dass hat mich die Wochen kurz vorher ganz schön beschäftigt. Ich wusste nicht mal wovor ich Angst hatte. Jetzt Alt zu sein? Etwas verpasst zu haben? Ab jetzt nicht mehr leben zu könne? Irgendetwas nicht erfüllt oder erreicht zu haben was ander mit 30 schon haben? Ich habe keine Ahnung. Ich weiss nur, dass sich nichts verändert hat. Mein Geburtstag war wundervoll, denn alle Menschen die mir am Herzen liegen waren dabei oder haben mich angerufen oder von irgendwo auf mich gesehen. An meinem 30. Geburtstag habe ich frühmorgens meinen Freund den Biber gesehen. Ich hab auf einmal Kraft gespürt, Entschlossenheit und Zuversicht. Ich wusste das Universum glaubt an mich und es wird alles gut. Dieses Gefühl hielt nicht lange an, denn mir ging es zu Beginn des Jahres nicht gut. Ich versuche seither mir diesen Moment zurück zu holen, besonders dann wenn ich all das nicht sein kann. Zuversichtlich, entschlossen, kraftvoll.

Ich habe für mich große Entscheidungen getroffen, die viel Mut und Ehrlichkeit erfordern.

Ich habe viel Zeit in der Natur verbracht und mit einem anderen tollen Menschen aus meinem Leben beschlossen nächstes Jahr einen Teil des Jakobsweg zu gehen. Davon Träume ich schon seit ca. 10 Jahren. Viel schöner ist es doch wenn man Träume zum Leben erweckt.

Ich habe Geld in einen Traum und eine mögliche Vision gesteckt. Ich wage etwas und so allmählich fühlt es sich gut an, dass ich mir selbst Möglichkeiten schaffe. Dies alles habe ich nicht selbst einfach so geschaffen. Ich bekomme Liebe und den glauben an mich von meinen Freunden und von der wichtigsten Person in meinem Leben, meinem Freund, Partner, Mann. Du bist der Punkt auf meinem I. Du bist der Vollmond den die Wölfe anjaulen. Du bis mein Treibstoff, wie das Benzin für einen 5-Liter-Motor. Ich habe keine Ahnung was das bedeutet, aber ich weiss das Männer gerne solche Begriffe verwenden. Ich Liebe dich. Aber bevor jetzt anderen schlecht wird, weil ich so glücklich verliebt bin, weiter in meinem Fazit. ;)

Ich wachse in Bezug auf Nachhaltigkeit und Zero-Waste und bin wie ein kleiner Virus der die Gedanken und Handlungen mancher meiner Mitmenschen positiv infiziert. Hey, bin ich dann jetzt ein Influencer? Ja! Ich hab es tatsächlich geschafft. Tausende Menschen Träumen davon für andere ein Vorbild zu sein und ich habe es geschafft. Manch einer wird nun denken, jetzt spinnt sie total. Oh nein, selten habe ich das so klar gesehen. Es kommt nicht darauf an wie viele Menschen dir Folgen, welche Reichweite du hast oder ob du von noblen Marken Kleidung geschickt bekommst, die eh unpraktisch sind oder sich der Normalsterbliche nicht leisten kann. Oder die wundervollen Bilder von den Reisebloggern. Da könnte man neidisch werden wie oft diese Leute an den vermeintlich tollsten Orten dieser Welt sind. Dieser Druck ständig den sogenannten Content zu bieten, weil es ja sonst langweilig sein könnte für die Leute deren Lebensinhalt es ist, sich für das Leben anderer zu interessieren anstatt für ihr eigenes. Es sollte Spaß machen und wenn jemand mit Leib und Seele dabei ist, ist es gut. Jeder setzt seine eigenen Prioritäten.

Für mich selber kaum zu glauben. Ich bin stolze Vegetarierin geworden und habe mich bei der Peta als Aktivistin gemeldet um den Tieren eine Stimme zu geben.

Ich habe bewusst die positiven Dinge hier aufgezählt, denn ich möchte meinen Fokus auf POSITIVES richten. Negativität ist durch meinen Zensor genug da. Ich möchte noch erklären was der Zensor bei mir ist. Zensor kommt vom lat. censere was so viel heisst wie begutachten. Mein Zensor begutachtet mich ununterbrochen und flüstert mir Dinge ein, sogenannte Glaubenssätze, die bei mir negativ behaftet und bewertend sind. Er stellt andauernd Fragen und möchte das letzte Wort haben.

Ein weiteres positives Ereignis ist, dass ich mich getraut habe jemanden wieder in mein Leben zu lassen. Dieser jemand war seit Jahren kein Teil meines Lebens mehr. Nicht weil ich diesen jemand nicht liebte, ich war schlicht weg zu feige. Ich dachte, dass ich durch das ausschließen dieser Person einen Teil meines Lebens ungeschehen machen könnte. Kann ich nicht und wenn ich nüchtern darüber nachdenke, ist auch gutes daraus entstanden und somit hat alles eines Sinn.

Gott bürgt einem Menschen nur so viel auf, wie dieser tragen kann. Oftmals dachte ich, ich würde unter diesen Lasten zerbrechen, aber es hat mich nur stärker gemacht. Ich würde mir wünschen, dich auch motiviert zu haben für dich ein positives Fazit des vergangenes halben Jahres zu ziehen. Viel Erfolg damit. Bis bald, deine Nicole

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