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  • Nicole Kohlmann

Bauchgefühl

Ich habe letzte Woche gefragt, über welches Thema ich mal schreiben soll und habe als Vorschlag, "die Intuition" bekommen.


Tatsächlich ist dieses Thema bei mir gerade sehr präsent. Ich bin ein absoluter Kopfmensch. Das weiß ich eigentlich auch, aber eine Freundin musste mich erst wieder in einer Sprachnachricht daran erinnern, dass es zwei Sorten von Mensch gibt. Die Kopfmenschen und die Bauchmenschen. Bauchmenschen denken nicht lange nach, sind bei sich und machen einfach. Sie lassen Dinge und Situationen auf sich zu kommen. Ich als Kopfmensch, komme vom Hundertsten ins Tausendste und zerdenke meine Gedanken. Da mir das meist zu viel wird, schalte ich ab und versuche es zu vergessen. Irgendwann ist es mir zu anstrengend und was bleibt ist ein flaues Gefühl im Magen.


Liebe geht durch den Magen.

Man hat Schmetterlinge im Bauch wenn man frisch verliebt ist.

Es kribbelt im Bauch wenn man diesen einen Kuss bekommt.

Der Magen tut weh und man bekommt Durchfall, wenn im Leben gerade viel Stress herrscht. Man hat Angst, wenig Zeit zum Durchatmen und es plagen einem Dinge, die es nur schwer oder gar nicht zu lassen, abzuschalten oder davon los zu kommen.

Geanu so wird in Unterhaltungen das Bauchgefühl beschrieben.

Im Duden wird es wie folgt definiert:


„emotionale, nicht vom Verstand geleitete Einschätzung; Intuition“


Wenn man eine für sich gute Entscheidung getroffen hat, sagen viele Menschen, dass das aus dem Bauch heraus entstanden ist oder man hat auf sein Bauchgefühl gehört. Was meist gleichgestellt wird mit der Intuition. Die Intuition allerdings wird meist mit Weiblichkeit in Verbindung gebracht. Wieso weiß ich auch nicht, denn Männer können ja genau so intuitiv handeln wie Frauen.

Wenn man allerdings eine schlechte Entscheidung getroffen hat, geht man meist nicht davon aus, dass man auf sein Bauchgefühl gehört hat.


Ich habe schon viele tolle Entscheidungen in meinem Leben aus dem Bauch heraus getroffen. Hab intuitiv gehandelt oder gesprochen und weiß e i g e n t l i c h, dass ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen kann und trotzdem zweifel ich des öfteren an mir und meiner Intuition. Es gibt Situationen, da nehme ich mir vor, bewusst auf mein Bauchgefühl zu hören und alles was ich dann als Antwort bekomme, ist ein knurren, weil ich Hunger habe.

Gut; und was jetzt kommt ist ja auch klar, mein Kopf. Der fängt in dem Moment an wieder in Schleifen zu denken.


In einer meiner Therapien habe ich zum Beispiel gelernt, dass es nicht immer förderlich ist, aus Gefühlen heraus Entscheidungen zu treffen, zu Handeln oder über gewisse Dinge zu sprechen. Da wurde mir geraten, erst mal aus der Situation zu gehen und innerlich einen Schritt zurück zu treten um das Ganze objektiver zu betrachten. Okay?! Und was soll ich dann mit meinem Bauchgefühl?


Es ist gut, dass es das Bauchgefühl gibt.

Genau wie es gut ist, dass es den Kopf gibt.


Wie bei jeder Mischung macht die Dosis das Gift. Nur aus Emotionen heraus zu handeln, kann viel Schaden anrichten. Wie schnell sind in Streitsituationen verletzende Worte gesagt, die man nie wieder zurück nehmen kann. Wäre man da kurzzeitig aus der Situation gegangen, hätte man sachlicher in die Diskussion gehen können. Mir ist es schon öfter passiert, meist wenn ich in der Beobachterrolle war und gar nicht wirklich einen Plan von etwas hatte, dass ich aus dem Bauch heraus tolle Tipps geben oder die Situation neutraler betrachten konnte. Da war ich nicht so emotional involviert. Hier nochmal die Definition: „emotionale, nicht vom Verstand geleitete Einschätzung;“


Jetzt bist wahrscheinlich auch du komplett verwirrt? Ja, das ist okay und normal. Ich möchte dir damit sagen, dass es nicht immer funktioniert, nur das Eine oder nur das Andere. Ich bin mir sicher, dass viele Kopfmenschen schon viele intuitive Entscheidungen getroffen haben obwohl sie der Meinung sind, über alles nachzudenken. Sie müssen Pro- und Kontra-Listen schreiben und erstmal im Internet recherchieren und sich andere Meinungen einholen.


Bist du der Meinung dein Bauchgefühl garnicht zu hören?

Oder traust du ihm nicht?

Dann fange an, zu dir zurück zu finden.


Beschäftige dich mit dir selbst. Was magst du? Was sind deine Werte? Sollte dir nichts dazu einfallen, was du magst, schreibe eine Liste mit den Dingen auf, die du nicht magst. Was stört oder nervt dich? So kannst du schon mal herausfinden was du evtl. magst bzw. dir Spaß macht.

Wie gut kennst du deinen Körper? Weißt du, wie dein Körper in angenehmen oder unangenehmen Situationen reagiert? Beobachte dich selbst und gehe mal richtig tief in dich. Nur im Dunkeln können die Sternen leuchten.


Um mehr bei mir zu sein, die Botschaften meines Körpers zu empfangen und damit auch arbeiten zu können, ist ständiges Training erfoderlich. Das Leben ist kein Ponyhof und Intuition trägst du zwar in dir, aber du solltest trotzdem etwas dafür tun um diese zu aktivieren. Um es dir etwas leichter zu machen, schreibe ich dir eine kleine Liste mit Dingen, die mir geholfen haben, mich und mein Bauchgefühl wieder zu finden.


  • Schreibe deine negativen Grundannahmen oder Glaubenssätze auf und schaue welche Gefühle oder Verhalten sie bei dir auslösen

  • Tanze! Dreh die Musik auf oder mach Kopfhörer rein und leg einfach los. DANCE, LIKE NOBODY IS WATCHING YOU.

  • Versuch doch mal Yoga. Lernen deinen Körper kennen. Wo sind die Grenzen deines Körpers? Im Yoga geht es nur um dich und nicht was andere schon können. Der Fokus liegt nur bei dir selbst.

  • Wenn du auf Social Media unterwegs bist: Folge Leuten, die dir den Content liefern, der dir gut tut. Neid oder Selbstzweifel sind nicht die Gefühle die du brauchst. Du brauchst Positivity, Inspiration und Motivation.

  • Meditation. Meditation ist sehr vielseitig. Gedanken kommen, sind da und ziehen auch wieder weiter. Lass es zu. Mir persönlich gefallen Mediationen von DariaDaria mit ihrem Podcast „a mindful mess“ oder von Curse - „Meditation, Coaching & Life“, was ihr beides auf Spotify finden könnt. Es gibt noch Mantra Meditation, stille Meditation usw. Probier es mal aus.

  • Atemübungen. Es ist unglaublich was der Atem mit uns macht. Er hält uns am Leben, versorgt jede einzelne Zelle unseres Körpers mit Sauerstoff und gibt verbrauchte Luft einfach wieder ab. Atemübungen sind kein Hexenwerk, es genügt, wenn du dich hinlegst oder hinsetzt, eine Hand auf dein Herz legst, die andere auf deinen Bauch und dann einfach atmest. Tue dies bewusst. Ein und Aus. Zähle deine Atemzüge um fokussiert zu bleiben und wenn du nicht mehr weisst wo du warst, fange einfach wieder bei eins an.


So, nun liegt es an dir, ob du dich mit deinem Bauchgefühl wieder connecten möchtest. Ich bin sehr gespannt und wünsche dir viel Freude dabei, dir wieder ein Stück näher zu kommen. Auch hier gilt:


„Alles ist möglich.“


Du kennst dich selbst am Besten und wenn nicht, lernst du das jetzt eben. Es ist okay, den Kopf mit dem Bauch zu verbinden und umgekehrt. Dein Körper ist Eins und ist Alles was du benötigst. Antworten auf Fragen, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Liebe, Gefühle, Talente, einfach alles, trägst du bereits in dir. Nutze die Fähigkeiten die du hast und frage um Rat oder Hilfe. Wenn man voneinander lernt, miteinander arbeitet und sich gegenseitig unterstützt kommt man überall hin.


Für Lob, Kritik, Anregungen oder was dir sonst noch einfällt, kannst du mir gerne schreiben. Entweder per E-mail oder über meinen Instagram-Account. Ich bin für alles offen und dankbar, denn nur so kann auch ich mich weiter entwickeln.


Bleib fein, deine Nicole


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